Wundenheilungsstorung

In einem optimalen Fall ist die Narbe ein kaum sichtbarer linienförmiger, dünner Streifen. Die Heilung einer Wunde hängt von der Richtung der Wunde, von der abdominalen Region, vom Technik des Wundenschlusses, und von den individuellen Wundheilungseigenschaften ab.

Aus dem Oberen folgt, dass die Qualität der Wunde nicht nur von der Arbeit des plastischen Chirurgen abhängt, sondern auch in großem Masse von unabhängigen Faktoren bestimmt wird. Die Haut, und die unter ihr liegende Lederhaut beeinflussen in großem Maße die Qualität der Narbe. Die dünnste Haut unseres Körpers bedeckt die Augenlider. Hier, und bei Operationen die am Gesicht gemacht wurden sind auch für das geübte Auge Narben nach einer gewissen Zeit nur noch schwer auszumachen. Aber auf dem Rücken, Dekolletés, Beinen kann auch die ordentlichste Arbeit unschön heilende, breite Narben verursachen.

Die sogenannte atraumatische Methode ist sehr wichtig. Das bedeutet, dass die Wunde mit einem sehr scharfen Skalpell, die Schichten der Haut mit möglichst nur einer Bewegung durchschneidend, senkrecht zur Oberfläche beigebracht wird, und beim Schluss werden die Hautränder nur so oft berührt, wie unbedingt nötig. Auch dann werden feine Instrumente und spezielle wundbeschließender Faden verwendet. Die Heilung der Wunden kann, bis sie ihre finale Kondition erreichen, 2 Jahren dauern. Mit verschiedenen Behandlungen, Kremen, Salben, Licht- und Laserbehandlungen kann der Ablauf beschleunigt werden, meiner Meinung nach beeinflüssigen sie das Endergebnis aber nicht.

Das größte ästhetische Problem verursacht das sogennante Keloid. Am Feld der Operationsnarbe finden wir brennende, kribbelige, rote, unebene, wuchernde Veränderungen, die auch schmerzhaft sein können. Dieses Problem kann von eigener Veranlagung, der abdominalen Regionen abhängen. Bei Negroiden kommt das häufiger vor. An den Schultern, in der Region über dem Brustbein und hinter den Ohren kommt es ebenfalls häufiger hervor. Ihre Behandlung ist keine dankbare Aufgabe, weil sie sich sehr häufig erneuern, umsonst schneiden wir sie heraus, mit atraumatischer Wundenbehandlung, kombiniert mit Röntgenstrahlung vor und nach der Operation.

Darum ist weitgehender Konservativismus empfohlen. Das bedeutet: wir Entscheiden uns nur im äußersten Fall für eine Operation. Wir probieren es mit verscheidenen, die Wundenheilung befördernden Salben, Silikongel, oder mit Plättchen. Im Falle der Unwirksamkeit dieser Maßnamen versuchen wir es mit steroidhaltigen Mitteln zu behandeln. Die Behandlung kann häufig Besserung bringen.